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1970

01. Juli 1970: Das „Werkheim Bückeburg“ wird eröffnet, 13 behinderte Menschen fi nden hier ein Zuhause. Dabei steht ein Gedanke im Vordergrund: Mehr und mehr sollen die neuen Bewohner ihr Leben im Wohnheim eigenverantwortlich gestalten, um somit zu einer bestmöglichen gesellschaftlichen und sozialen Bindung befähigt zu werden. Ein Konzept, das schnell aufgeht, wie die stürmische Belegentwicklung in der folgenden Zeit dokumentiert. Auch heute ist das „Werkheim Bückeburg“ eine begehrte außerfamiliäre Wohnstätte für behinderte Menschen.

Ein erster Schritt, Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilnehmen zu lassen, erfolgt mit der Gründung der „Wilhelm Thöneböhn Werkstatt“ in Nienburg am 01. August. Wiederum sind es 13 „Erstbeschäftigte“, deren nun tägliche Arbeit von Beginn an verbunden ist mit berufl icher Qualifi zierung und Angeboten zur Persönlichkeitsentwicklung.

Im Dezember 1970 kommt es zur Eintragung in das Handelsregister Stadthagen.

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1971

Ein Jahr mit eindrucksvollen weiteren Entwicklungen. Im Januar werden bestehende Werkstätten des DPWV (Der Paritätische Wohlfahrtsverband – Landesverband Niedersachsen e.V.) in Stadthagen und Hameln übernommen. Gleich zu Jahresbeginn erfolgt der Umzug der „Stadthagener Werkstatt“ aus der Loccumer Straße in die Enzer Straße. In das freigewordene Gebäude zieht die „innere Verwaltung“ der PGB mit fünf Mitarbeitern ein. In der neuen „Werkstatt Stadthagen I“ sind es zunächst etwa 40 vorwiegend junge Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung, die dort sinnvolle Anleitungen zu praktischer Betätigung bekommen.

Im Oktober bezieht auch die „Werkstatt Hameln“ ein neues Gebäude. Es erfolgt der Umzug aus der „Baracke“ in der Carl-Lüders-Straße in das ehemalige Fabrikgebäude im Besitz der Familie Günther „Zur Lust – Rohrsen“. Die Anfang November eingeweihte neue „Werkstatt Hameln I“ umfasst bereits zu Beginn seines Betriebes 70 Beschäftigte sowie 5 Betreuungskräfte.

Insgesamt ergibt der Jahresrückblick im Dezember einen Stand von 326 belegten Plätzen sowie 41 Mitarbeitern.

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1972

Im Juli wird das „Dr. Wolf Wigand Haus“ in Lauenstein eröffnet, ein offenes Wohnheim für 30 männliche, überwiegend erwachsene Behinderte. Ein Großteil der Bewohner ist in der „Werkstatt Hameln I“ beschäftigt, einige arbeiten sogar in der freien Wirtschaft. Kennzeichnend ist hier die Konzentration auf vormalige sogenannte „Heimkinder“, von denen nicht wenige kaum oder keinen familiären Kontakt haben. Sozialarbeiterische Methoden, Bildungsangebote, aber auch konsequente Förderung der Eigeninitiative unterstützen die therapeutische Betreuung.

Im Oktober des Jahres kommt es zu einer Erweiterung der „Werkstatt Stadthagen III“ (Übernahme einer Tischlerei in Obernkirchen). Die heutige „Werkstatt Obernkirchen“ beschäftigt anfänglich 10 Menschen mit Behinderung und ist dabei mit 10 Maschinenplätzen ausgestattet.

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1974

Im Oktober wird die „Werkstatt Stadthagen“ um einen Betrieb in der Westernstraße erweitert. Die „Werkstatt Stadthagen II“ fokussiert sich auf Metallverarbeitung. Binnen weniger Jahre können 36 Menschen mit Behinderung an 18 Maschinenplätzen einer Tätigkeit nachgehen. Zunächst werden vornehmlich Zuarbeiten für den industriellen Bedarf abgewickelt. Später kommen von Hand gefertigte Metallarbeiten für den privaten Gebrauch hinzu. Unter Mithilfe und im Austausch mit weiteren Behinderten-Werkstätten wird nach knapp einer Dekade ein WERKSTATT-LADEN eröffnet, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Gleichfalls mit Beginn Oktober startet in Bad Rehburg ein Wohnheim für Behinderte. Das „Prof. Stoevesandt Haus“ ist als sogenanntes ‚differenziertes‘ Projekt konzipiert. Ein Stufenprogramm (Eingangsbereich, Trainingsbereich, Förderbereich, Dauerwohnbereich) zielt darauf, die Bewohner auf eine spätere Einbettung in die Gesellschaft vorzubereiten. Die Arbeiten im Haus umfassen den gesamten lebenspraktischen Bereich eines Menschen. Die individuelle Förderung erfolgt auf gemeinschaftlicher Basis.

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1975

Das Jahr 1975 ist ein besonders richtungsweisendes Jahr für die zukünftige Entwicklung. Mit der Anerkennung als „Lehranstalt für Heilerziehungspfleger“ im Februar kann im April die Fachschule Heilerziehungspflege/Berufsfachschule Heilerziehungshilfe in Rehburg-Loccum ihren Betrieb aufnehmen. Die Schule wird im „Prof. Stoevesandt Haus“ angesiedelt, wegen der großen Nachfrage nach weiteren Ausbildungsplätzen erfolgen später Umbauarbeiten.

Im Mai kommt es zu einer Verlegung der „Wilhelm Thöneböhn Werkstatt“ von Nienburg nach Rehburg-Loccum. Die Werkstatt wird sukzessive mit 6 Maschinenplätzen ausgerüstet.

Im August erfolgt die Einweihung der „Werkstatt Hameln II“ (heute „Gerd-Hahlbrock-Werkstatt“) in einem ehemaligen Industriegebäude. Mit besonderer Förderung des Eigentümers übernimmt die PGB im Laufe der folgenden Jahre das gesamte Gebäude.

Im freigewordenen Gebäude der verlegten „Wilhelm Thöneböhn Werkstatt“ in Nienburg wird im Oktober die erste Tagesförderstätte für Schwerstbehinderte eröffnet. Hier sollen fortan Menschen zusammenkommen, die noch nicht in der Lage sind, eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) zu besuchen.

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1976 - 1991

Die kommenden anderthalb Jahrzehnte dienen der Verfestigung und Optimierung des bisher Erreichten. Sukzessive werden die Erfahrungen aus der Praxis der vergangenen Jahre in die Konzepte für eine zukünftige Arbeit integriert. Behutsam, aber kontinuierlich werden die Kapazitäten vielerorts ausgebaut. Dies betrifft Platzangebote, Mitarbeiter wie Ausbildungsplätze gleichermaßen.

Für 1994 ergibt sich dann folgendes Bild: 745 belegte Plätze, 160 Mitarbeiter, 100 Ausbildungsplätze in der Heilerziehungspflege, 50 Ausbildungsplätze in der Heilerziehungshilfe.

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1992/94/95

1992 erfolgt der Start einer neuen Wohn- und Betreuungsform mit dem „Ambulant Betreuten Wohnen“ im Landkreis Schaumburg. 12 Menschen mit Behinderung leben in ihrer eigenen Wohnung und werden durch individuelle Betreuungsmaßnahmen bei der Lebensführung unterstützt und begleitet.

Ein neues eindrucksvolles Ereignis ist 1995 der Umzug der „Werkstätten Stadthagen I + II“ in die neu errichtete „Lothar-Wittko-Werkstatt“ am Ostring. Im Januar beginnt dort die Arbeit unter wesentlich verbesserten Grundbedingungen. Auch die „Werkstatt Obernkirchen“ stößt (mit Ausnahme der Tischlerei) dazu, so dass jetzt 283 Menschen mit Behinderung und 50 Gruppenleiter und Mitarbeiter des Betreuten Dienstes auf dem insgesamt 6.500 Quadratmeter großen Gebäudekomplex Platz finden. Für eine wesentliche Verbesserung des Austausches zwischen Verwaltung und Werkstattbereichen bezieht die zentrale Verwaltung der Gesamt-PGB aus den Landreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont einen angeschlossenen Bürotrakt.

Als inhaltlich bedeutende Neuerung gilt nunmehr die weitgehende Integration der bisherigen Fördergruppen für schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen in den Arbeitstrainingsbereich. Neu ist auch eine Außengruppe Garten- und Landschaftspflege. Ein Prunkstück ist die moderne Großküche, in der täglich rund 350 Mittagessen zubereitet werden.

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1996/97/98

Im Mai 1996 bezieht erstmals eine Außenarbeitsgruppe externe Räumlichkeiten, die von der Firma AEG/ Philips Lichttechnik in Springe zur Verfügung gestellt werden. Zunächst sind dort 14 Menschen mit Behinderung mit der Fertigung vom Lichtleisten beschäftigt.

Die in Rehburg vorhandenen Räume der Fachschulen haben sich im Laufe der Jahre als zu eng erwiesen. In unmittelbarer Nachbarschaft der „Lothar-Wittko-Werkstatt“ wird daher 1997 ein neues Gebäude errichtet, das die Fachschule Heilerziehungspflege und Berufsfachschule Heilerziehungshilfe Ende Juli beziehen. Ab Ende August wird dort der Unterrichtsbetrieb aufgenommen. Die Kapazität beträgt jetzt 200 genehmigte Ausbildungsplätze.

Kurz vor Jahresende 1998 wird das Qualitätsmanagementsystem der PGB durch die TÜV Management-Service GmbH zertifiziert. Damit wird bescheinigt, dass die PGB ein wirksames Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2000 eingeführt hat. Bei der Durchführung der Aufträge und Abläufe wird es seitdem durchgängig angewendet.

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2000/01

Den zunehmenden Bedarf an Betreuungsplätzen kann auch die „Lothar-Wittko-Werkstatt“ nicht mehr decken. Im April des Millennium-Jahres wird daher im Industriegebiet Rinteln-Süd ein neu errichtetes Gebäude bezogen. Dies kommt auch dem Bedürfnis der Lebenshilfe Rinteln entgegen, für die Bewohner ihrer Heime eine wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeit zu finden. Anfänglich können somit 104 Menschen mit Behinderung eine Arbeit in der Metallbearbeitung und Konfektionierung aufnehmen.

Mit dem „Industrie-Service Afferde“ wird im Mai 2001 ein neues Beschäftigungsfeld aufgenommen. Eine eigene Werkstatt für Menschen mit psychischer Behinderung hat sich seit längerem als sinnvoll erwiesen, da ihre Betreuung andere Anforderungen stellt als die von körperlich oder geistig Behinderten. Zudem soll damit eine vergleichbare Werkstatt in Rohrsen entlastet werden, deren Aufnahmekapazität bis zur Überlastung erschöpft ist. Das neu erbaute Gebäude wird mit 51 Beschäftigten und fünf Gruppenleitern bezogen.

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2005/06

Seit Ende August trägt die bisherige „Werkstatt Hameln II“ den Namen von Gerd Hahlbrock, einem langjährigen Freund und Förderer der Einrichtung. Tragischerweise kann der Namensgeber am Stiftungsfest nicht mehr teilnehmen, da er kurz zuvor verstirbt. Die nunmehrige „Gerd-Hahlbrock-Stiftung“ wird seinen Namen und die erwiesene Anteilnahme für die Zukunft in Ehren halten.

Im Jahr 2006 erhält die PGB eine neue „Corporate Identity“. Fröhlichkeit, Integration, Stärke und Selbstbewusstsein kennzeichnen jetzt auch den kommunikativen Auftritt nach außen: als Zeichen und Botschaft für all das, was in beinahe vier Jahrzehnten die alltägliche Arbeit der Institution bestimmt hat.

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2008

Ein dringend benötigter Erweiterungsbau wird als „Werkstatt Rinteln II“ nach langen Vorplanungen im April endlich feierlich eröffnet und bezogen. Neben den bisherigen Arbeitsangeboten kann der Standort Rinteln nun im Bereich der Metallverarbeitung auch mit einem Angebot an CNC-gesteuerten Maschinen dienen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der AEG/Philips ist es selbstverständlich, dass die PGB nicht lange zu überlegen braucht, als die Firma „schubs antriebstechnik“ in Hameln das Angebot unterbreitet, einen Teil der Produktion direkt „vor Ort“ abzuwickeln. Eine zweite Außenarbeitsgruppe wird somit im Dezember in den Räumlichkeiten der Firma in Betrieb genommen.

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2009

Ein gelungenes Beispiel macht Schule: Nach dem „Industrie- Service Afferde“ wird im Februar in Stadthagen der „Industrie-Service Stadthagen“ eröffnet. Da die „Lothar- Wittko-Werkstatt“ längst zu hundert Prozent belegt ist, ist seit Sommer 2008 in der dortigen Nachbarschaft ein Neubau errichtet worden, der nunmehr auf 1.200 Quadratmetern 74 Menschen mit einer psychischen Behinderung einen Arbeitsplatz in unterschiedlichen Bereichen bietet. Im Juni wird das Gebäude nachträglich feierlich eingeweiht.

Für die veraltete „Werkstatt Rohrsen“ wird im Juli nach zweijähriger Bauzeit eine neue Werkstatt in Afferde eröffnet. Das neue Domizil am Scheckfeldweg ist für 240 Menschen mit überwiegend geistiger Behinderung konzipiert. Der „Industrie-Service Afferde“ wird zur gleichen Zeit erweitert.

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